Von Vorurteilen zu Fortschritt: Vier Geschichten von Frauen am Steuer
Am Internationalen Frauentag geht es nicht darum, zu feiern, wie weit wir bereits gekommen sind. Es geht darum, sichtbar zu machen, wie weit der Weg noch ist. In der Automobilindustrie – einem der größten Wirtschaftszweige Europas – ist diese Kluft nach wie vor erheblich. Nur etwa 20 % der Beschäftigten in dieser Branche sind Frauen. In Führungspositionen ist ihr Anteil noch geringer.
Doch es bewegt sich etwas – nicht schnell, aber spürbar. In diesem Blog erzählen vier Frauen, die an der Spitze dieses Wandels stehen, ihre Geschichten: als Autoverkäuferin, Unternehmerin, Lkw-Fahrerin und Vertriebsleiterin.
| „Frauen verstehen nichts von Autos – für sie zählt nur das Aussehen.“
Milou Hunnekens-Smeets
Einkauf & Marketing – Auto Hunnekens
Was ihr sofort auffiel? Das Image. „Die Automobilindustrie hat bei vielen Menschen immer noch einen bestimmten Ruf – sie gilt als aalglatt, arrogant und darauf aus, schnell Geschäfte abzuschließen“, sagt sie. „Als Frau kann man dort wirklich etwas bewegen.“ Milou brachte Herzlichkeit, Einfühlungsvermögen und eine ausgeprägte Serviceorientierung in den Showroom – Eigenschaften, die im Gastgewerbe selbstverständlich sind, in der Automobilbranche jedoch noch immer unterrepräsentiert sind.
Als echte Allrounderin ist sie in einem breiten Spektrum von Aufgabenbereichen tätig, wobei ihr Schwerpunkt auf Einkauf und Marketing liegt. Im Einkauf hat sie sich besonders hervorgetan: Ohne formale Ausbildung im Automobilbereich oder vorherige Erfahrung begann sie, eigenständig Fahrzeuge jenseits der niederländischen Grenze einzukaufen. Dabei sicherte sie sich eine Marke und ein Modell, die zuvor nicht im Portfolio des Unternehmens vertreten waren – und erschloss damit einen lukrativen neuen Markt.
| „Überlegen Sie nicht viel – machen Sie es einfach! Mit Ihrem Charme können Sie etwas bewegen.“
Andreea Vulpoiu
Lkw-Fahrerin – Valy Gematour
Lange Straßen, leistungsstarke Fahrzeuge und der “Geruch von Freiheit” ließen ihren Traum hochleben,
Erverblasste nie – und irgendwann beschloss sie, ihn zu verwirklichen. Heute fährt sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Eigentümer von Valy Gematour, auf beeindruckenden Routen durch Europa, die die meisten Menschen nur im Urlaub erleben.
Als sie anfing, war die Überraschung groß.
Weibliche Lkw-Fahrer sind selten – und Andreea war sich dessen bewusst. Doch sie ließ sich davon nicht aufhalten.
„Wenn man entschlossen und leidenschaftlich ist, kann man Erfolg haben und Respekt verdienen, unabhängig vom Geschlecht.“
Diesen Respekt forderte sie nicht mit Worten ein – sie erarbeitete ihn sich, Tag für Tag, Fahrt für Fahrt.
| „Das war schon seit meiner Kindheit mein Traum. Ich bin meiner Leidenschaft gefolgt und habe sie zu meinem Beruf gemacht.“
Sie ist von Natur aus akribisch.
Sie ist überzeugt, dass Frauen ein ausgeprägtes Gespür für Sorgfalt und Liebe zum Detail in den Transportsektor einbringen – Eigenschaften, die die Branche stärker wertschätzen sollte. Ihre Botschaft an Frauen, die zögern: „Alles ist möglich. Der Transportsektor bietet Flexibilität und Freiheit. Habt den Mut, diesen Weg einzuschlagen.“
Laura Manders
Inhaberin – L. Manders Auto's
Laura kaufte ihr erstes Auto – und verkaufte ihn wieder – mit Gewinn! Von da an war sofort klar: Das ist es!
Der gesamte Prozess – Beschaffung, Auswahl, Präsentation, Gespräche mit Käufern – fühlte sich für sie sofort vertraut an.
Was als Nebenprojekt begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu ihrem eigenen Unternehmen.
Seit 2018 ist Laura stolze Inhaberin von Autobedrijf L. Manders, das sich ausschließlich auf ein Modell spezialisiert hat: den Fiat 500. Mit 70 Fahrzeugen auf Lager hat sie die Tragfähigkeit ihres Konzepts eindrucksvoll unter Beweis gestellt – und es sich selbst bewiesen, was möglich ist!
Laura kümmert sich noch immer um alles selbst:
Einkauf, Verkauf und den Auf- und Ausbau von Kundenbeziehungen.
Keine Zwischenhändler, keine große Organisation – nur sie und ihr Handwerk.
Die Realität, in einer von Männern dominierten Branche zu arbeiten, begegnet ihr auf subtile Weise:
Kunden, die einen männlichen Verkäufer erwarten; Briefe, die mit „Sehr geehrter Herr“ adressiert sind.
Kleine Details eben. Deshalb hat sie bewusst ihr eigenes Foto auf die Website gestellt, damit die Kunden genau wissen, wen sie treffen werden, bevor sie das Geschäft betreten.
| „Ich kenne es nicht anders – das ist einfach mein Beruf.“
Intuition gewinnt in diesem Fall!
Ein blendender erster Eindruck, eine wohlige Atmosphäre und das gewisse Wissen und Vertrauen. Das Credo der Gewinnerinnen!
„Alles muss stimmen – vom ersten Foto in der Anzeige bis zum Moment der Lieferung.“
Diese Liebe zum Detail und ihr Engagement für das Gesamterlebnis sind ihre Stärke – und ihre Antwort auf alle noch bestehenden Vorurteile gegenüber Frauen in der Automobilbranche.
Marie Courillon-Havy
TransConnect Key Account Manager Südwestfrankreich
Was sie mitbrachte, waren Neugier und Lernbereitschaft. Sie eignete sich das Handwerk im Job an und entwickelte schnell eine große Begeisterung für die Branche. Es folgte eine Position als Vertriebsleiterin im Reifensektor im B2B-Bereich und schließlich ihre heutige Rolle als Key Account Managerin für TransConnect in Südwestfrankreich.
Zwölf Jahre später sieht sie eine Branche im Wandel. „Als ich anfing, war sie noch stark männlich dominiert. Heute kommt es vor allem darauf an, ob man professionell, motiviert und entschlossen ist.“
Als Frau stößt sie nur selten auf Widerstand und beobachtet, dass männliche Kollegen Frauen zunehmend ermutigen, sich zu engagieren.
| „Man kann feminin und technisch versiert sein – und sich in komplexen Positionen auszeichnen.“
Sie zeigt, dass Frauen zugleich strategisch denken, praxisnah handeln und empathisch führen können. Über soziale Medien macht sie ihre Arbeit, ihre Perspektiven und ihren beruflichen Weg sichtbar, um andere zu inspirieren. Sichtbarkeit, so ist sie überzeugt, ist der erste Schritt zur Veränderung.
Vier Wege. Eine Richtung.
Milou, Andreea, Laura und Marie kommen aus unterschiedlichen Ländern, arbeiten in verschiedenen Positionen innerhalb der Automobilindustrie und hatten sehr unterschiedliche Ausgangssituationen.
Sie sind ihren Ambitionen gefolgt, haben gehandelt und schnell reagiert – man sieht, sie sind nun wahre “Gestalter” – jede auf ihre Weise – und bereichern täglilch das automobile Geschäft.
Und dennoch: Wenn nur jeder fünfte Beschäftigte in der Automobilbranche eine Frau ist, bleibt ein enormes Reservoir an Talenten ungenutzt.
Der Internationale Frauentag erinnert uns daran, dass sich dies ändern kann – und ändern muss.
Wir bei TransConnect glauben an eine Branche, in der Talent zählt – unabhängig davon, wer man ist.